"BAHKAUV"
   
Bilder und Videos aufgenommen am 15.07.2026
   
   
   
   
   
   
   
Der Bahkauvbrunnen ist ein Zierbrunnen in Aachen. Er stellt das Bahkauv dar, ein Fabelwesen aus den Aachener Sagen und Legenden. An der Stelle des Bahkauvbrunnens stand seit dem 17. Jahrhundert ein Büchelpiefe genannter Laufbrunnen. Am 18. April 1902 beschloss die Stadtverordnetenversammlung, anstelle dieses Brunnens ein Brunnendenkmal zu errichten. Die notwendigen finanziellen Mittel wurden aus Geldern der Blees - Stiftung bewilligt. Mit der Planung und der Ausführung wurde Karl Krauß beauftragt. Am 18. November 1904 wurde die Brunnenanlage feierlich eingeweiht. Der Brunnen zeigte einen Jungen, der mit einer Kanne Wasser holte, das aus einem Loch in einem Felsen hervorquoll. Auf dem Felsen lauerte das Bahkauv, aus dessen Maul ebenfalls Wasser strömte. Mit erschrecktem Gesichtsausdruck streckte der Junge abwehrend seinen linken Arm aus und wandte sich zur Flucht. Ein halbrundes Brunnenbecken vor der Szene fing das Wasser auf. Es war von einem Geländer umgeben, das aus Steinpfosten und sie verbindenden Metallstäben gebildet war. Während die Darstellung des Bahkauvs als zotteliges Kalb mit scharfen Zähnen und Bärentatzen der Beschreibung in der Sage entsprach, wich die dargestellte Szene von der Sage ab. So spielte die Szene mit dem Wasserholen anscheinend tagsüber, wenn das Bahkauv der Sage nach in der Tiefe des Kolberts (des Abwasserkanals der Bücheltherme) versteckt blieb. Zum anderen hatte das Bahkauv der Sage nach nie Frauen und Kinder bedroht. Die aus Metall bestehenden Figuren des Bahkauv - Brunnens (Junge, Kanne, Bahkauv) und das Geländer wurden 1942 während des Zweiten Weltkriegs im Rahmen der Metallspende eingeschmolzen, nur der Steinfelsen blieb an Ort und Stelle. Nach einer kontrovers in der Aachener Bevölkerung geführten Diskussion wurde nicht der alte Brunnen wiederhergestellt, sondern eine moderne Brunnenanlage nach einem Entwurf von Kurt - Wolf von Borries errichtet, die am 27. September 1967 eingeweiht wurde. Die Bronzefigur des Bahkauvs lauert mit geöffnetem Maul sprungbereit auf einer Bronzesäule. Das Wasser des neuen Brunnens strömt nicht mehr aus dem Maul des Bahkauvs, sondern aus Düsen im Schwanz der Tierplastik, der um die Bronzesäule geschlungen ist. Es fällt auf eine ebenerdige gepflasterte Fläche, die von einem kreisförmigen, mit Gittern bedeckten Wasserablauf umgeben ist. Das eigentliche Ungeheuer hatte der Legende nach den Kopf eines Kalbes, so die Übersetzung Bachkalb, das hier die Kaiserquelle symbolisch bewacht. Die Brunnenfigur am Büchel stammt aus dem Jahr 1967. Der Kopf des Untieres, das die schweflig „duftende“ Quellen bewacht haben soll, erinnert in der jetzigen Darstellung eher dem einer Löwin. Zumindest der lange Reptilienartige Schwanz folgt dem Bild der Legende. Auch vermisst man bei diesem Monster die Darstellung des ursprünglich zotteligem Fell. Der Brunnen zuvor von 1903 wurde während des Krieges eingeschmolzen. Sicher hat der alte Brunnen einen deutlicheren Bezug zur Legende, dass das Bahkauv dem trunkenen Heimkehrer auf die Schultern sprang. Dass das Bachkalb den Zecher beraubt habe, war sicher in früheren Zeiten eine gelungene Ausrede für leere Taschen nach einem Saufgelage. Eine weitere Sage erzählt, dass ein frühzeitlicher Torwächter, der mit dem Aufspüren des Unwesens beauftragt war, sich selbst als dieses verkleidete und Trunkene auf deren Heimweg beraubte. Diesem Tun setzte ein Schmied wohl ein Ende, als er sich dem Ungeheuer stellte und den Dieb entlarvte, wobei dieser eine ordentliche Tracht Prügel bezogen haben soll.
Laufvideo # 1
Laufvideo # 2
Laufvideo # 3
Laufvideo # 4
   
 
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