"ELISENBRUNNEN" |
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Bilder
und Videos aufgenommen am 15.07.2026 |
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| Der "Elisenbrunnen"
am Friedrich - Wilhelm - Platz ist ein Trinkwasserbrunnen. Es handelt
sich um einen klassizistischen Bau der Architekten Johann Peter Cremer
und Karl Friedrich Schinkel. Die Bauausführung oblag dem Aachener
Privatbaumeister Andreas Hansen. Benannt wurde der Bau nach der preußischen
Kronprinzessin Elisabeth Ludovika von Bayern (Elise), der Tochter des
bayrischen Königs Maximilian I., Gemahlin des späteren preußischen
Königs Friedrich Wilhelms IV. Ihre Büste wurde 1828 aus Carraramarmor
von Christian Friedrich Tieck angefertigt und 1832 in der Rotunde aufgestellt.
Der Elisenbrunnen besteht heute aus einer offenen Wandelhalle mit dorischem
Säulenvorbau und jeweils einem Pavillon links und rechts mit mehreren
Räumlichkeiten. Aus zwei Trinkbrunnen fließt das warme Wasser
der Kaiserquelle (52 °C), das über eine Leitung vom Büchel
zum Brunnen geleitet wird. Das Wasser ist stark schwefelhaltig, so dass
vom Elisenbrunnen stets ein charakteristischer Geruch nach faulen Eiern
(Schwefelwasserstoff) ausgeht. Aufgrund seiner zahlreichen Thermalquellen
war Aachen seit alters her ein Bade - und Kurort. Bereits die Römer
nutzten die heißen Quellen zum Betrieb von Thermen. Ende des 17.
Jahrhunderts wurde Aachen zum „Modebad“, das von gekrönten
Häuptern und anderen Prominenten aufgesucht wurde. 1819 beschloss
der Aachener Stadtrat den Bau einer Brunnenhalle. Mit dem neuen Trinkbrunnen
sollte ein repräsentatives Gebäude erbaut werden, in dem an
Kurgäste das als Heilwasser geschätzte Thermalwasser der 180
m entfernten „Kaiserquelle“ ausgegeben werden konnte. Als
ursprünglicher Standort der Brunnenanlage war der Holzgraben vorgesehen.
Aufgrund der besseren morphologischen Position (gleichmäßiges
Gefälle von der Kaiserquelle) entschied man sich jedoch für
den Standort am Friedrich - Wilhelm - Platz. Die Grundsteinlegung des
Brunnens erfolgte anlässlich des 25. Thronjubiläums des preußischen
Königs Friedrich Wilhelm III. am 16. November 1822. Im Jahr 1823
überarbeitete Karl Friedrich Schinkel die ursprünglichen Baupläne
von Cremer. Erst nach der Erteilung der Baugenehmigung durch die preußische
Regierung 1824 konnte mit den Bauarbeiten zum neuen Trinkbrunnen begonnen
werden. Der rückwärtige Teil des Elisenbrunnes wurde auf Resten
der mittelalterlichen Stadtmauer („Barbarossamauer“) errichtet.
Der Weiterbau musste jedoch bereits 1825 aufgrund von finanziellen Engpässen
der Stadt eingestellt werden. Um die Finanzierung zu gewährleisten,
wurde vom Stadtrat die Einführung einer indirekten Steuer auf Futtermittel,
Wein und Baumaterialien gefordert, welches jedoch von der preußischen
Regierung abgelehnt wurde. Am 2. Mai 1827 wurde der Elisenbrunnen eröffnet,
die offizielle Einweihung erfolgte jedoch erst im Jahr 1828. Das Thermalwasser
wurde im Untergeschoss der Rotunde ausgeschenkt, zu dem 20 Stufen über
zwei bogenförmige Treppen von links und rechts hinabführten.
Die Architektur des (als Gesamtbau) 266 Fuß (mit geschätzt
30 cm/Fuß umgerechnet: 79,8 m) langen Trinkbrunnens bestand aus
einem zentralen Rundbau mit einem Durchmesser von 56 Fuß, einer
inneren Höhe von 36 Fuß und einer äußeren von 46
Fuß (umgerechnet ca. 13,8 m), zwei seitlichen Säulengängen
als Promenade von je 90 Fuß Länge und angrenzenden Flügelbauten.
Der linke 40 Fuß lange und 28 Fuß breite Flügelbau war
mit Marmor gefliest. Der rechte bestand aus einem Musikzimmer, einem Imbissraum
und zugehöriger Küche. Der Brunnenaufseher wohnte direkt neben
dem Rundbau. In seiner Wohnung befand sich der Haupteingang des unterirdischen
Kanals zu der Kaiserquelle. Die Länge der Leitung aus Bleiröhren
betrug 680 Fuß (umgerechnet ca. 204 m). Das 46 °C heiße
„Kaiserquellwasser“ verlor 2,5 Kelvin auf dieser Strecke.
Ein vergoldeter Pinienzapfen krönte das Zeltdach des Rundbaus. Die
gesamte Anlage war mit Zinkblech gedeckt. An die Prominenten, die als
Kurgäste das Wasser der Kaiserquelle tranken, erinnern Marmortafeln
in der Halle, die während der ersten großen Rekonstruktion
1883 angebracht wurden. Darunter sind Peter der Große, Friedrich
der Große, Giacomo Casanova und Georg Friedrich Händel. Im
Zuge der Rekonstruktion wurde die Marmorbüste der Elise durch eine
Kopie ersetzt und das Original in die Obhut des Suermondt - Museums übergeben.
Im rechten Pavillon des Gebäudes war seit 1907 das Büro des
1902 gegründeten Aachener Verkehrsvereins eingerichtet, während
im linken Teil ein Restaurant und zeitweilig ein Brunnenausschank untergebracht
war. Die Verkostung des Thermalwassers war ursprünglich kostenpflichtig.
1938 wurde der untere Trinkraum geschlossen und der Brunnen einige Meter
höher verlegt. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Elisenbrunnen am 14.
Juli 1943 durch Bombenangriffe fast vollständig zerstört und
Anfang der 1950er Jahre originalgetreu rekonstruiert. 1948 wurde ein Architekturwettbewerb
zur Neugestaltung des Elisenbrunnens und seiner Umgebung ausgerichtet.
Die eingereichten, teilweise modernen Entwürfe führten zu heftigen
Kontroversen in der Bevölkerung. Der Brunnen hatte sich so in den
Herzen der Aachener Bürger etabliert, dass sich der weltberühmte
Architekt Ludwig Mies van der Rohe bei einem Besuch in seiner Heimatstadt
für einen unveränderten Wiederaufbau des im Krieg zerstörten
Brunnens aussprach. Schließlich wurde die Anlage unter diesen strengen
Auflagen durch das Aachener Bauunternehmen Robert Grünzig wieder
aufgebaut und man übergab 1953 den Trinkbrunnen erneut seiner Bestimmung.
Das Restaurant war nun im Tausch mit dem Büro des Verkehrsvereins
im rechten Teil untergebracht. Im linken Anbau befand sich ein Brunnenraum
für Kurgäste. 1971 wurde die große Brunnenschale mit den
Seepferdchen gegen zwei Becken aus afrikanischem Granit ausgetauscht,
der eine höhere Resistenz gegenüber dem heißen, mineralisierten
Thermalwasser aufweist. Das Wasser des Kaiserquelle sprudelt seither aus
zwei Löwenmäulern, die über den Granitschalen angebracht
sind. Der alte Brunnen steht heute als Seepferdchenbrunnen auf dem Platz
zwischen Kleverstraße und Kapellenstraße in Burtscheid. Im
Jahr 2009 wurde der Elisenbrunnen über mehrere Monate für den
Besucherverkehr gesperrt; im Gewölbe des unter der Rotunde befindlichen
Kellerraums waren statische Mängel festgestellt worden. Der Boden
der Rotunde musste daher entfernt werden. Dabei wurde das ehemalige Kellergewölbe
komplett freigelegt. Nach Abschluss der statischen Sicherungsarbeiten
wurde der Boden bzw. die Decke des Gewölbes mit originalgetreuen
(und für die Region typischen) Blausteinplatten rekonstruiert. Hinter
dem Gebäude des Elisenbrunnens schließt sich der Elisengarten
als ein kleiner Park an, in dem von 1873 bis 1891 ein weiterer Trinkbrunnen
aufgestellt war, damit die Kurgäste den Park während der Trinkkur
nicht verlassen mussten. Gegenwärtig wird der Elisenbrunnen für
zahlreiche kulturelle Veranstaltungen genutzt. So finden in der Rotunde
des Elisenbrunnens von April bis Oktober sonntäglich im Wechsel Salsa
und Tango Argentino statt. Im Rahmen des Kulturfestivals across the borders
gab es eine Fotoausstellung. Der Elisenbrunnen war 2009 einer der zentralen
Veranstaltungsorte am Tag des offenen Denkmals in Aachen. Aufgrund der
chemischen Zusammensetzung des Thermalwassers muss dieses juristisch als
Arzneimittel betrachtet werden und darf laut Arzneimittelgesetz demnach
nur noch unter Aufsicht abgegeben werden. Als Alternative zu den zeitweiligen
Überlegungen, die Thermalwasserbrunnen nach den Rekonstruktionsarbeiten
an der Rotunde nicht wieder in Betrieb zu nehmen, wurden an beiden Trinkbrunnen
der Kaiserquelle „Kein Trinkwasser“ - Hinweisschilder angebracht.
Die Brunnenanlage ist eines der bekanntesten Bauwerke in Aachen. Ein klassizistischer
und imposanter Bau in der Mitte von Aachen. Aufgrund der guten Anbindung
der öffentlichen Verkehrsmittel ist der Elisenbrunnen zudem ein idealer
Treffpunkt und Ausgangspunkt für ausgedehnte Einkaufsbummel. Einmal
die Woche findet hier mittlerweile der Wochenmarkt statt. Zum Brunnen
in der Wandelhalle des Elisenbrunnen kommen regelmäßig viele
Besucher, um das schwefelhaltige Wasser zu sich zu nehmen. Trotz gesunder
Komponenten ist das Brunnenwasser als „kein Trinkwasser“ ausgewiesen.
In marmornen Tafeln gemeißelt sind die prominentesten Kurgäste
der vergangenen Jahrhunderte. Bei heißem Wetter ist es ein beliebtes
Kinderspiel auf die kleinen Wasserfontänen zu treten, welche sich
vor dem Elisenbrunnen befinden und zugleich als Tränke für die
Tauben dienen. Eine andere Quelle besagt, dass der Brunnen nach der Prinzessin
Elise von Hohenlohe - Langenburg, Schwester von Napoleon Bonaparte, benannt
wurde. |
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# 3
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© by Michael Huber
2026 |
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