"MUSIKBRUNNEN"
   
Bilder und Videos aufgenommen am 16.07.2026
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
Der Musikbrunnen wurde im Jahr 1986 von der KKB Bank gesponsert. Er wurde von Joachim Schmettau gestaltet und am 03.10.1986 eingeweiht. Joachim Schmettau (Jg. 1937) war von 1971 bis 2002 Professor für Bildhauerei an der Universität der Künste in Berlin und hatte 1983 mit dem „Weltkugelbrunnen“ auf dem Breitscheidplatz in Berlin Furore gemacht. Schmettau ist bei aller Strenge im Aufbau der Installation über einem quadratischen Grundriss ein erzählfreudiger Künstler. Die Lust am Detail lebt in all seinen Figuren, diesen glatten, einfachen und kompakten Körperformen, die doch so beredt sind. Sie ergeben, würde man sie tatsächlich zum Klingen bringen, ein lustiges Konzert. Alle Figuren sind aus dunkelpatinierter Bronze. Da ist der Sänger. Er steht auf der Einfassung des Brunnens und wartet gleichsam auf den Einsatz des blattvergoldeten Dirigenten in der Höhe, zu dem er aufblickt. Auf seinem Kopf ist die Zahl 1986 eingeschrieben, das Datum der Einweihung. Der Kopf erinnert in der Form an den der Nofretete, die Schmettau aus Berlin bestens kennt. Rechts von ihm gibt es ein kleines Relief mit einem Elefanten. Schmettau, der glücklich ist über so viel Interesse an seinem Werk, erklärt doch tatsächlich am Telefon: „Der Elefant unterstützt den Sänger mit seinem Prusten. Er bläst aus seinem Rüssel.“ Auch zwei weitere rüsselartige Formen wirken wie Blasinstrumente, die ideal für Urlaute geeignet sind, denn Schmettau wollte ein Konzert nicht nur mit klassischen Instrumenten. Ein Saiteninstrument wird durch herabfallende Wasserstrahlen angedeutet. Auch einen Robert Schumann gibt es, um die lokale Musikgeschichte anklingen zu lassen. Zu den ganz Großen zählt dessen Figur im Brunnen am Marxhaus allerdings nicht. Man findet ihn als kleinen Kerl in einer Nische als Rückenfigur, mit der Aufschrift „Schumann“ auf dem Rücken, Klavier spielend. Es gibt einen Trommler mit zwei Stöcken, vor denen aus einem Behältnis zwei Wasserstrahlen herauskommen. Ein Putto, wie man ihn sich an der Fassade von Notre Dame vorstellen kann, trägt ein Horn und wurde, so Schmettau, an zwei Stäben im Marmor befestigt. Nun sprüht das Horn im Wechsel weniger Sekunden gegen die Wand.
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