"HEINZELMÄNNCHENBRUNNEN" |
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Bilder
und Videos aufgenommen am 13.07.2026 |
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Vor vielen Jahren gab es,
so sagt man, in Köln ein kleines Völkchen, auch als Heinzelmännchen
bekannt. Diese ganz besondere Art von Hausgeistern erledigte die liegengebliebene
Arbeit der Menschen. Heimlich bei Nacht, wenn alles schlief, verrichteten
sie deren Arbeit, denn sie wollten unerkannt bleiben. Die Bürger*innen
nahmen diese Hilfe dankbar an. Somit waren ihre Sorgen vergessen und sie
konnten am Abend beruhigt zu Bett gehen. Eines Tages jedoch spielte die
Frau des Schneiders den Heinzelmännchen einen hinterlistigen Streich,
um die Wesen zu Gesicht zu bekommen, denn ihre Neugier war groß.
Gegen Mitternacht, als die Heinzelmännchen auftauchten, um ihre Arbeit
zu verrichten, rumpelte es mit lautem Getöse und Geschrei in der
Werkstatt des Schneiders. Die Schneidersfrau hatte Erbsen auf der Treppe
verteilt und nun purzelten die Heinzelmännchen nacheinander die Treppe
herunter und blieben am Fuß der Treppe liegen. Ganz zum Gelächter
der Frau, denn diese sah die kleinen Hausgeister und verfiel in ein höhnisches
Gespött. Die Heinzelmännchen machten sich traurig in die dunkle
Nacht davon und verschwanden für immer. Am nächsten Morgen,
als die Bürger*innen Kölns erwachten, war die liegengebliebene
Arbeit nicht getan und auch fortan mussten die Menschen ihre Arbeit wieder
alleine erledigen, ohne heimliche Hilfe. Der Heinzelmännchenbrunnen
wurde 1899 vom „Cölner Verschönerungsverein“ zum
hundertsten Geburtstag des schlesischen Volksdichters August Kopisch gestiftet
(1799 - 1853). Gestaltet wurde er im neugotischen Stil von Dombildhauer
Edmund Renard und dessen Sohn Heinrich, ein Architekt. Für die beiden
war das doch sehr weltliche Thema des Brunnens etwas Neues, denn sonst
schufen sie religiöse Kunst- und Bauwerke. Die Original - Skulptur
der Schneidersfrau ist im Kölnischen Stadtmuseum im Zeughaus Köln
ausgestellt und am Brunnen durch eine der Verwitterung besser widerstehende
Kopie ersetzt. Die Grundform des Heinzelmännchenbrunnens wird durch
ein Kreissegment bestimmt, dessen Mittelpunkt die dreipassförmige
Brunnenschale aus Granit bildet. Darüber erhebt sich die Doppeltreppe,
auf der die hübsch dargestellte Schneidersfrau mit einer Laterne
in der Hand steht. Sie leuchtet auf die zu beiden Seiten heruntergestürzten
Heinzelmännchen, die zu ihr aufschauen. Unter ihr am Mittelpfeiler
des Brunnens steht auf einem über einem Schneiderwappen liegenden
Schriftband der Kernsatz des Gedichtes von Kopisch: „Neugierig war
des Schneiders Weib“. Die massive Brüstungsmauer schließt
an den eigentlichen Brunnen in westlicher und östlicher Richtung
an. Sie besteht aus Sandstein. Acht Reliefs zieren die Mauer. Sechs davon
zeigen die einzelnen Arbeiten der nächtlichen Helfer. Von links nach
rechts sind dargestellt der Zimmermann, der Schreiner, der Bäcker,
der Metzger, der Schenk und zuletzt der Schneider. Dazwischen befinden
sich noch zwei Reliefplatten mit Auszügen aus dem Gedicht in Frakturschrift.
An der Rückseite des Brunnens sitzt eine Eule auf einem Buch und
hält eine Lupe in den Krallen. Sie steht für Klugheit und Weisheit,
das Buch und die Lupe weisen auf das literarische Werk von August Kopisch
hin. Bei der Renovierung des Brunnens 2017/18 wurden die durch eine Hydrophobierung
geschädigten figürlichen Reliefs durch Kunststeinabgüsse
ersetzt. Die Originale gingen an das Kölnische Stadtmuseum und in
das Depot des Stadtkonservators Köln. |
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Laufvideo
# 1 |
Laufvideo # 2 |
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© by Michael Huber
2026 |
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